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Mit der Nikon FM [ TD ] stellte Nikon eine völlige Neukonstruktion vor. In den Ausmaßen fast identisch, wiegt sie doch fast 200 Gramm weniger als die gute alte Nikkormat. Schon bei der ersten Betätigung des Schnellschalthebels, der sich butterweich durchziehen läßt, stellt man fest, daß die Neue mit einer FTN oder deren Nachfolgerinnen nur eines gemeinsam hat: das Bajonett.

Nikon FM

Ein Blick durch den Sucher zeigt, daß sich die Zeit der Belichtungsanzeige per Meßnadel dem Ende geneigt hat: drei Leuchtdioden signalisieren, zu welchem Ergebnis die bewährte mittenbetonte Messung [ TI ] mit 60:40-Gewichtung gekommen ist.

Das Kreissymbol in der Mitte bedeutet korrekte Belichtung mit einer maximalen Toleranz von +/- 1/5 Blende. Leuchtet zusätzlich die Diode für + oder - auf, liegt die Belichtung bis zu einer Blende darüber oder darunter. Leuchtet nur + oder -, beträgt die Differenz zur korrekten Belichtung mehr als eine Blendenstufe.

Nikon FM Sucheranzeige

Als Belichtungsmeßzellen hat man die äußerst reaktionsschnellen Gallium-Arsenid-Photodioden gewählt. Ihre Empfindlichkeit und Schnelligkeit wird beispielsweise daran deutlich, daß bei Aufnahmen von Monitoren oder Fernseh-Bildschirmen alle drei Dioden gleichzeitig leuchten: sie registrieren sogar den Aufbau einer Bildröhre mit 25 Einzelbildern pro Sekunde. Der Meßbereich [ TI ] erstreckt sich bei ISO 100/21 von EV 1 (1 Sek. bei Blende 1,4) bis EV 18 (1/1000 Sek. bei Blende 16). Die Einstellung der Filmempfindlichkeit erfolgt innerhalb des Zeiteneinstellknopfes und bietet den beachtlichen Bereich von ISO 12/12 bis 3200/36. Neben der Verschlußzeit ist im Sucher auch die eingestellte Blende sichtbar. Dafür wurden alle Ai-Objektive bzw. nachträglich darauf umgerüstete Typen mit einer zweiten Blendenskala ausgestattet.

Nikon FM Belichtungsmesssystem

Die Nikon FM verfügt serienmäßig über eine fest eingebaute
Typ K-Einstellscheibe. Um auch bei Verwendung von extremen Teleobjektiven oder im Nahbereich ein Abschatten der Sucherecken zu vermeiden, wurde die Nikon FM mit einem größeren Spiegel bestückt. Zur Dämpfung der Erschütterungen, die damit verbunden sind, ist in den Spiegelkasten eine Art pneumatischer Stoßdämpfer eingebaut. Auf eine separate Spiegelarretierung hat man deshalb verzichtet, eine Abblendtaste ist dagegen griffgünstig vorhanden. Der Ai-Blendenmitnehmer am Kamerabajonett läßt sich abklappen, so daß auch die Verwendung von Non-Ai-Objektiven kein Problem ist.

Einen wesentlichen Fortschritt im mechanischen Aufbau offenbart das Innenleben: auf die üblichen Schmiermittel wie Öl und Fett konnte fast völlig verzichtet werden. Daher läßt sich diese rein mechanische Kamera über den enormen Temperaturbereich von - 30 bis + 40 Grad Celsius gleichermaßen problemlos einsetzen. Als erste Nikon verfügt die Nikon FM über eine serienmäßige Einrichtung für Mehrfachbelichtungen. Bei den ersten FM-Modellen muß zur Verwendung mit dem Motorantrieb MD-11/MD-12 der Kragen um den Auslöser auf die rot markierte Stellung gedreht werden, damit Belichtungsmessung auch bei Motorbetrieb mit angeklapptem Schnellschalthebel möglich ist.

Nikon FM Aufsicht

Der Motor MD-11 bzw. später der Motor Drive 12 kann die Nikon FM auf eine Bildfrequenz von fast 3,5 B/s beschleunigen. Diese kompakte Einheit eroberte daher schnell das Herz vieler Sport- und Pressefotografen, wiegt sie doch immerhin knapp 500 Gramm weniger als eine motorisierte F2. Als Verschluß [ TI ] dient der Copal CCS mit 1/125 Sek. Synchronzeit, was seinerzeit den Stand der Technik repräsentierte. Neu gegenüber früheren Konstruktionen ist bei diesem Verschluß jedoch der mechanische und trotzdem zurückstellbare Selbstauslöser. Die Kamerarückwand der Nikon FM ist abnehmbar und gegen das Data-Back MF-12 austauschbar. Neue, praktische Kleinigkeit ist der Memo-Halter, ein Aufbewahrungsfach für die Filmlasche, die an den eingelegten Filmtyp erinnert.

Neben den serienmäßigen verchromten und schwarzen Ausführungen hat Nikon 1977 zum 60jährigen Jubiläum der Nippon Kogaku K.K. eine kleine limitierte Auflage mit vergoldetem Gehäuse und Nikkor 1,4/50 mm herausgegeben. Die Nikon FM hat in Form ihres aktuellen Nachfolgers FM2 den Sprung zum Klassiker geschafft: diese wird heute, nach immerhin über 20 Jahren, nach wie vor produziert.

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