Die F-Baureihe
Nikon F
Nikon F2
Nikon F3
Nikon F4
Nikon F5











Bookmark & Share

zurück zum vorherigen Thema F-Kameras - Nikon F5 weiter

Es liegt auf der Hand, daß die Nikon F5 [ TD ] als Nikons Topmodell eine Art Quintessenz der Nikon Kompetenz in Sachen SLR darstellt. Der folgende Abschnitt möchte daher auch dem, der die Nikon F5 nicht erwerben kann oder will, einen allgemeinen Überblick über diese Kamera verschaffen. Die ganze Funktionsvielfalt der Nikon F5 kann und soll hier jedoch nicht erschöpfend behandelt werden.

Nikon F5

Die rasante Entwicklung in der Fotografie hängt eng zusammen mit der eher noch schnelleren im Computerbereich. So ist es nicht verwunderlich, daß gerade die bewußt konservativ gehaltene F4 trotz herausragender Qualität nach wenigen Jahren von ''aktuelleren'' Kameras umzingelt war. Immer mehr Profis (und Amateure, die sich eine Spitzenkamera leisten konnten) wollten die neuen elektronischen Möglichkeiten umfassender nutzen können als in ein Gehäuse mit traditionellen Bedienelementen einzubauen ist. Nikon selber hatte mit der einst formidablen F801 vorgemacht, daß auch komplexe elektronische Funktionen mit einem durchdachten Bedienungskonzept gut und logisch steuerbar sein können.

Andere Marken zogen Anfang der Neunziger dank konsequenter Erneuerung ihrer Produktpalette im Kampf um Marktanteile mit Nikons Topmodellen gleich oder gar an ihnen vorbei. Mit Kameras wie der F90 X zeigte Nikon zwar, daß man in der Lage war, den technologischen Anschluß zu halten, ohne auf Systemtreue zu verzichten. ''Wann lehrt Nikon die Konkurrenz wieder das Fürchten?'' war dennoch spätestens ab 1994 die Frage in den Fachblättern. Denn zumindest auf dem deutschen Markt hatte Nikon eine Zeitlang den Ruf des Herstellers von Spitzenprodukten gegen das Image ''zuverlässig aber altbacken'' eingetauscht. Der Fluch des guten Namens: von Nikon erwartet man eben immer mehr. Mitte 1996 erschienen die ersten Nikon F5 in Deutschland. Schlagartig kam die Definition dessen, was eine Traumkamera ist, wieder von Nikon.

Nikon F5 Skizze

Ergonomisch ist dem Designerteam um Giorgio Giugiaro mit der Nikon F5 fast so etwas wie die Quadratur des Kreises gelungen: Die Kamera wirkt gleichermaßen modern designed und zeitlos wie ein Klassiker. Auf den ersten Blick fällt auf, daß sie weiterhin eine klassische Rückspulkurbel besitzt. Dann bemerkt man ein zweites LC-Display an der Kamerarückwand und ein kreisrundes Bedienungselement in der Rückwandklappe. Als nächstes ertappt man den Zeigefinger seiner rechten Hand dabei, wie er ein Einstellrad vorne am Handgriff dreht und stellt fest, daß die Nikon F5 zwei Einstellräder besitzt - das gewohnte hintere Rad für den Daumen ist geblieben. Der Hochformatauslöser der Nikon F5 ist fest integriert und das ganze Gehäuse der Kamera aus einem Guß. Diese einteilige Konstruktion verleiht dem Gehäuse eine höhere Stabilität als eine zweiteilige, wie sie bisher üblich war - und bietet etwas zusätzlichen Platz zum Einbau der komplexen ''Mechanik''.
Aluminium-Druckguß Gehäuse der Nikon F5

Das massive Gehäuse der Kamera besteht aus einer gehärteten Druckguß-Aluminiumlegierung. Das Suchergehäuse (wechselbar nach alter F-Tradition) ist aus Titan gefertigt. Nikon selber spricht von ''Panzerung'', wenn auch höflich in Anführungszeichen. Alle Tasten und Knöpfe der Nikon F5 sind gegen das Eindringen von Feuchtigkeit und Staub abgedichtet. Das Gewicht der Kamera - ohne die zum Betrieb nötigen acht Mignonbatterien oder den Akku MN-30 - beträgt stolze 1210 Gramm. Das ist viel, aber deutlich weniger als eine ''große'' F4 E auf die Waage bringt. Erstaunlicherweise liegt die Nikon F5 so gut in der Hand, daß das Gewicht keine Rolle zu spielen scheint. Auch kleine Hände kommen mit der Kamera gut zurecht.

Autofokus-Modul der Nikon F5

Das Autofokus-Modul MultiCam 1300 wurde für die Nikon F5 neu entwickelt und hält z.Zt. den AF-Weltrekord. Die Nikon F5 bietet laut Nikon auch mit einem 300-mm-Tele perfekte Schärfenachführung bis auf 19,3 m bei einer Objektgeschwindigkeit von 300 km/h. Das AF-Modul besitzt insgesamt fünf Autofokus-Meßfelder, die außer dem mittleren Bereich auch den linken, rechten, oberen und unteren Teil des Bildformates erfassen. Zu dem üblichen Belichtungs-Meßkreis der meisten Nikon Einstellscheiben sind daher fünf kreuzförmig angebrachte Klammernpaare im Sucher zu sehen, die die Position der AF-Meßfelder markieren.

Die Klammern um das jeweils aktive Feld sind grau unterlegt. Das gewünschte Meßfeld wird bei entsprechender Einstellung der Kamera am AF-Meßfeldwähler angewählt (dem ''kreisrunden Bedienungselement'' in der Rückwand). AF-Meßfeldwähler der Nikon F5 Er wird mit dem Daumen der rechten Hand bedient, läßt sich aber auch abschalten und ein beliebiges der Felder läßt sich als Hauptmeßfeld für den AF definieren. Oder Sie stellen die Nikon F5 auf ''Dynamischen AF-Betrieb''. Dann wird das scharfzustellende Objekt, wenn es sich bewegt, von einem Meßfeld ans nächste ''weitergereicht'' und bleibt auch außermittig stets fokussiert. Im Modus AF-Dynamik ist der Autofokus ungemein sicher. Der Fotograf ist bei der Gestaltung des Bildes nicht mehr darauf angewiesen, das wichtige Detail zum Scharfstellen in die Bildmitte zu legen.weiter zur nächsten Seite

zurück zum vorherigen Thema F-Kameras - Nikon F5 weiter