Einleitung
Wie alles anfing
Die ersten Meßsucherkameras
Nikon SP - Vorstufe zur F
Die Meßsucherobjektive
Die unbekannte Nikkorex












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1957 wird die neue Superkamera vorgestellt, die Nikon SP [ TD ]. Das P deutet dabei wohl auf die angepeilte Zielgruppe hin: den professionell arbeitenden Fotografen. Für viele ist die zwei Jahre später erscheinende Nikon F eine SP mit eingebautem Spiegelkasten. Ganz von der Hand zu weisen ist dieser Vergleich sicher nicht, denn vor allem die Bedienungselemente auf der rechten Gehäuseoberkappe sind fast identisch.

Nikon SP und Nikkor 50mm/1.4

Endlich gibt es ein Verschlußzeitenrad für alle Zeiten von 1/1000 bis 1 Sek. Die automatische Rückstellung des Bildzählwerks auf Null beim Öffnen der Rückwand sorgt für eine weitere Annehmlichkeit und schaltet eine leidige Fehlerquelle aus, die sich in der Hektik des Einsatzes immer mal wieder einschleicht. Zum ersten Mal werden auch Verschlußrollos aus Titanfolie verwendet, wie bei den folgenden F-Modellen.

Die Bedienungselemente auf der rechten Gehäuseoberkappe

Die aufsehenerregendste Eigenschaft ist jedoch ohne Frage eine weitere Premiere, der erste batteriebetriebene Motorantrieb, der der SP eine mögliche Aufnahmefrequenz von 3 B/Sek. beschert. S 36 lautete seine Typenbezeichnung, er wird in modifizierter Form zum F36 für die Nikon F. Selbst ein Langfilmmagazin für 250 Aufnahmen soll es für die SP gegeben haben. Neu ist auch ein Selen-Austeckbelichtungsmesser, der mit dem Zeitenrad gekoppelt ist.

Strahlengang des Suchersystems der Nikon SP Das Suchersystem ist jetzt serienmäßig für Brennweiten zwischen 28 und 135 mm eingerichtet. Dazu befindet sich unter der Rückspulkurbel eine Wählscheibe, mit der die Brennweiten 50, 85, 105 und 135 mm im Sucher simuliert werden können. Ein zweiter Sucher zeigt den Bildwinkel für 35 und 28 mm an, und nicht nur dies: es handelt sich bei ihm um einen optischen Sucher, der gleichzeitig die Weitwinkelperspektive vermittelt.

Als Zubehör gibt es sogar eine Sucherbeleuchtung, damit der Fotograf auch bei schwachem Umgebungslicht die Kontrolle behält. Die Synchronzeit ist von 1/50 geringfügig auf 1/60 Sek. gesteigert worden, und über einen Selbstauslöser verfügt die SP jetzt auch. Wirklich eine Superkamera, die allerdings auch ihren Preis hat.

Nikon S3 und Nikkor 50mm/1.4

Um auch dem ''normalen Amateur'' eine preisliche Alternative bieten zu können, wird 1958 die Nikon S 3 [ TD ] vorgestellt, das gleichzeitig die S 2 ablöst. Man verzichtet bei ihr auf das aufwendige umschaltbare Suchersystem und spiegelt feste Rahmen für 35, 50 und 105 mm ein. Ansonsten bleibt man bei der Ausstattung auf dem Stand der SP.

Doch die große Zeit der Sucherkamera neigt sich unaufhaltsam dem Ende entgegen, der Markt verlangt nach einer Spiegelreflexkamera. 1959 kommt dann die legendäre Nikon F, und man versucht parallel dazu, durch weiteres Abspecken der S 3 mit der Nikon S 4 [ TD ] eine preisliche Alternative zu bieten.

Nikon S4 und Nikkor 50mm/2.0

Ihr ist jedoch wenig Erfolg beschieden, vielleicht deshalb, weil die F ihr die Schau stiehlt. Nur knapp 6000 Käufer entscheiden sich für eine S 4, statt auf die F oder SP zu sparen. Der S 4 fehlt übrigens lediglich der Selbstauslöser, der Motoranschluß und die automatische Rückstellung des Bildzählwerks auf Null.

Nikons letzte Sucherkamera ist zugleich die seltenste: von der S 3 M [ TD ] haben 1960 nur knapp 200 Stück das Band verlassen. Bei ihr handelt es sich um eine Halbformatkamera auf Basis der S 3 mit einem Aufnahmeformat von 17x24 mm. Nur in schwarzer Ausführung geliefert, erreicht sie mit dem aus dem S 36 modifizierten S 72-Motor die damals extreme Geschwindigkeit von 4,5 B/Sek.

Nikon S3M mit Motorantrieb S72

Technologisch sind in den letzten 40 Jahren natürlich Welten zwischen die damaligen und die heutigen Nikon-Highlights getreten, so daß sich die Nikon-Sucherkameras verständlicherweise weniger in Anwender- als in Sammlerkreisen steigender Beliebtheit erfreuen. Es ist jedoch auch aus heutiger Sicht faszinierend zu sehen, zu welchen technischen Leistungen Nikon schon damals fähig war. Und wer ein Faible für grundsolide mechanische Verarbeitung hat, findet in den frühen Nikon-Sucherkameras ein reizvolles Sammelgebiet. weiter zur nächsten Seite

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